Unser Verlangen nach Süße: Natur oder Erziehung?


Apr 2014

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Unsere Vorliebe für süße Speisen hat dazu beigetragen, dass wir uns in der frühen Evolution des Menschen gesund ernährt haben, da uns Süße die Anwesenheit von Vitaminen und Mineralstoffen in Lebensmitteln zeigte, begann Professor Hely Tuorila, aus der Abteilung für Lebensmittelwissenschaften an der Universität Helsinki, ihren Vortrag im Rahmen der Konferenz des Internationalen Süßstoff Verbandes in Brüssel.

"Das Problem heute ist, dass die Menge der süßen Nahrung in keinem Verhältnis mehr zum Rest unserer Ernährung steht", sagte Prof. Tuorila und fügte hinzu, dass manche Menschen so starken Heißhunger auf Schokolade und andere Süßigkeiten haben, dass sie über das Normalmaß hinaus davon essen.

" Die Vorliebe für die Süße in Speisen und Getränken variiert auch zwischen Nahrungsmittelkulturen ", erklärt Prof Tuorila." Vergleiche zwischen Australien und Japan, zeigen beispielsweise, dass australischen Verbraucher ihre Frühstücksflocken süßer als japanische Verbraucher mögen, die wiederum viel süßeren Orangensaft mögen, als australische Verbraucher bevorzugen.“

Aber wie viel ist unsere Vorliebe für süße Lebensmittel durch Kultur oder genetische Merkmale vererbt? "Über 50 % unserer Vorliebe für süße Speisen und Getränke basieren auf genetischen Merkmalen, d.h. etwa auf dem Niveau der Erblichkeit von Persönlichkeitsmerkmalen oder Asthma", sagte Prof. Tuorila.

"Die Häufigkeit des Verzehrs von süßen Speisen scheint auch eine Verknüpfung mit vererbbaren Eigenschaften zu haben und im Zusammenhang zu stehen mit emotionalen Faktoren oder Trostessen.“

Beide Ergebnisse stammen aus Studien, die von Prof Tuorila und Kollegen, an fast 900 Gruppen von britischen weiblichen eineiigen Zwillingen durchgeführt wurden. "Frauen aller Altersgruppen, von 17 bis 82 Jahren, haben eine starke Vorliebe für Schokolade, Eis , Süßigkeiten, sowohl zucker- als auch süßstoffgesüßte Softdrinks und Obst - obwohl sie auf Früchte nie ein großes Verlagen haben."

Prof. Tuorila berichtete, dass Frauen eine Vorliebe für süße Lebensmittel haben, die mit dem Alter leicht schwindet, dass aber die Vorliebe für Schokolade (und Obst) konstant hoch bleibt.

"Die lebenslange Vorliebe für süße Speisen ist ähnlich wie bei finnischen eineiigen männlichen Zwillingen, aber Männer haben im Allgemeinen eine noch größere Vorliebe für Zucker, gesüßte Softdrinks und Eis, als Frauen,“ erläuterte sie. "Männer haben aber auch mehr Gefallen an Pizza und Burgern, als Frauen", kommentierte Prof. Tuorila.

"Ein Leben ohne süße Speisen und Getränke ist schwierig, wegen der biologischen, psychologischen und sozialen Rolle die „Süße“ in unserem Leben einnimmt", sagte Prof. Tuorila.

Esskultur könnte unsere bevorzugte Intensität der Süße in Speisen und Getränken beeinflussen, aber für Menschen mit einem genetischen "süßen Zahn" ist es sehr schwierig, ohne Süße zu leben. Insbesondere für jene Leute sind Süßstoffe besonders nützlich", schloss Prof. Tuorila.

Interview mit Prof. Tuorila finden sie hier.

Mehr Informationen zur Konferenz des Internationalen Süßstoff Verbandes finden sie hier.

Mehr Informationen zur Deutscher Süßstoff-Verband e.V. finden sie hier.

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